Naturheilkunde > Kiefergelenkserkrankungen

CMD
=
Cranio-Mandibuläre Dysfunktionen*

Allgemein:
Der Begriff CMD kommt von Cranium (= Schädel),
Mandibula r- Unterkiefer) und Dysfunktion = Fehlfunktion).
Es geht hier um eine Fehlfunktion im Zusammenspiel
von Ober- und Unterkiefer bedingt durch Störungen in der
Funktion der Zähne, der Kiefergelenke und der Kiefermuskulatur.
Viele Menschen leiden an verschiedenen der unten genannten Beschwerden, ohne
die Ursache dafür zu kennen.
Nach unzähligen Arztbesuchen in den unterschiedlichsten Bereichen bleibt die
Diagnose unklar und der Patient wird weiter überwiesen.
Heute weiß man, dass Fehlfunktionen des Kiefergelenks für eine Vielzahl von
Symptomen verantwortlich sind, darunter fallen u. A.:

Fehlstellungen der Zähne, nicht passender Zahnersatz oder Parafunktionen, wie z.B. Zähneknirschen oder Pressen, genauso wie übermäßiger Stress und Anspannung (...Zähne zusammenbeißen und durch!!!...) können mögliche Ursachen für Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen, ebenso für Tinnitus, Migräne und Ohrenschmerzen sein. Umgekehrt können aber auch Rückenbedingte Fehlstellungen, Beckenschiefstände, Knie- oder Fußgelenkfehlstellungen zu Problematiken im Kiefergelenk führen.
Der Körper reagiert als „Ganzes" auf Störfaktoren.
Fazit: Das komplexe Beschwerdebild der CMD stellt also für den behandelnden Arzt eine große diagnostische und therapeutische Herausforderung dar.
Chronische, oft über Jahre andauernde Beschwerden sind schwer zu diagnostizieren, ihre Ursache wird häufig nicht erkannt. Fehldiagnosen, sowie unnötige diagnostische und therapeutische Maßnahmen sind die Folge.

Sie bringen dem Betroffenen keine Hilfe und belasten das Gesundheitssystem zudem durch hohe (unnötige) Kosten.

Ein derart komplexes Krankheitsgeschehen kann also nur ganzheitlich diagnostiziert und anschließend erfolgreich therapiert werden, wenn Zahnärzte und andere ärztliche und therapeutische Disziplinen eng zusammen arbeiten.
Nach erfolgreicher Diagnostik der CMD* setzt sich die Therapie zusammen aus der:
- Arbeit des Zahnarztes bzw. des Kieferorthopäden

 

-durch Anpassen einer Aufbiss- oder Knirscherschiene

-durch Optimierung des Zahnersatzes

 

oder
-durch die Bionatortherapie
(ganzheitliche Kieferorthopädische Behandlung)

-der Arbeit des Physiotherapeuten

 

-durch Lockerung und gezielter Kräftigung der Kaumuskulatur

-durch Optimierung der Gelenkstellungen von Kiefergelenk, Wirbelsäule und Becken,

-durch Massagen, Dehnungen und Kräftigung des Schulter-, Nacken- und Rückenbereiches

-Stressbewältigung
-Eigentherapie des Patienten
-durch gezielte Entspannungstechniken der Gesichts- und Kaumuskulatur
-durch Anwendung der neu erlernten Eigenübungen
-durch Tragen einer speziell angefertigten Aufbissschiene nachts, bzw. durch Tragen des Bionators
Arbeiten diese Disziplinen erfolgreich zusammen, so kann innerhalb
weniger Wochen eine Verbesserung dieser Symtome erreicht werden.
Bei Fragen können Sie sich gerne jederzeit an die Zahnärzte der Gemeinschaftspraxis Brüderstraße 7,oder an Frau Hanne Oberscheven, Physiotherapiepraxis Brüderstr. 11 wenden
 
 
Vom Zusammenhang zwischen Zähnen und Organismus
 
Was schiefe Zähne und Rückenschmerzen gemeinsam haben
 
"Mein Zahnarzt schickt mich", sagte die Mutter eines 14-jährigen Jungen zum Orthopäden. "Wieso denn Ihr Zahnarzt?"
" Weil mein Kind schiefe Zähne hat, antwortete die Mutter und bestand auf eine Untersuchung der Wirbelsäule und des Beckens. Verblüfft diagnostizierte der orthopädische Kollege: "Das war die Rettung in letzter Sekunde. Ihr Sohn hat eine Skoliose schweren Grades und müsste eigentlich schon ein Stützkorsett tragen". Dies ist kein Einzelfall und zeigt die enge Wechselwirkung von Zähnen und Wirbelsäule.
Der Zahnarzt muss dem Patienten bewusst machen, das zwischen Zähnen und Organismus enge Zusammenhänge bestehen. Gerade Verspannungen der Hals- und Nackenmuskulatur sowie Fehlhaltungen und vieles andere mehr, haben oft ihre Ursache auch im seelischen Konflikt. Darüber hinaus ist man heute durch die Entwicklung moderner und hochempfindlicher Geräte in der Lage, Zusammenhänge zwischen den
Zähnen und den Organen zu erkennen. Die Schulmedizin beachtet allerdings diese Wechselbeziehungen nicht und sieht beispielsweise in der Karies oder Parodontose vorwiegend eine Folgeerscheinung rein örtlicher Schadwirkungen wie beispielsweise durch Plaque (Zahnbelag) o. ä. So wird oftmals weiterhin nur am "Ort des Geschehens" behandelt.
Krankheit, auch Zahnkrankheit, ist aber selten nur ein isolierter eigenständiger Prozess.
" Spiegelbilder' für Krankheit und Gesundheit sind z. B. Mundraum, Hände, Füße etc.
Viele kennen diese Krankheitsanzeichen. An den Zähnen sind solche Signale, die uns der Körper vermittelt, noch viel genauer zu erkennen. Es konnte nachgewiesen werden. dass einzelne Zähne oder auch Zahngruppen zu bestimmten Organen spezielle Verbindungen und Beziehungen unterhalten, diese also positiv und negativ beeinflussen oder aber deren Gesundheitszustand widerspiegeln.
So stehen die Schneidezähne in einer Wechselbeziehnug zu den Nieren und der Blase, die Eckzähne zu Leber, Galle und Augen, die kleinen und grossen Backenzähne zum Magen- u. Darmtrakt und schliesslich die Weisheitszähne zum Herz und allgemeinen Energiehaushalt.
In gleicher Weise gibt es auch Bezugszähne zu den anderen Organen und Körperbereichen. Erkrankungen bestimmter Zähne können also Erkrankungen der Bezugsorgane oder -systeme
nach sich ziehen oder umgekehrt von diesen beeinflusse werden. So sind gesunde Zähne auch der Ausdruck für einen gesunden Organismus. Dies gilt auch für die Kieferorthopädie, denn die ganzheitliche Kieferorthopädie nach Balters ist mehr als nur eine Zahnrichtekunst.
Der Bionator nach Prof. Balters ist somit eine wichtige Therapieform in der ganzheitlichen kieferorthopädischen Zahnmedizin. Gegenüber der sogenannten Spangenkorrektur (Multiband), wo die Zähne in einem Drahtgefängnis mechanisch fixiert werden, besteht der Vorteil der Bionator-Methode nach Prof. Balters darin, dass die Zähne ihre Eigenbeweglichkeit behalten. Damit bleibt auch die Durchblutung im Zahnbereich voll erhalten, während sie durch zwanghaftes Festschrauben oftmals stark beeinträchtigt wird. Auch die Kariesanfälligkeit der Zähne ist bei der Bionatortherapie stark reduziert. Darüber hinaus ist der Bionator ab dem 6. Lebensjahr bis in das hohe Alter einsetzbar und beim Sprechen kaum zu sehen. Der Bionator besteht aus
Kunststoffgehalt, einem Lippen- Wangen- Bogen und einem Zungenbügel aus Draht. Das Gerät liegt, ohne Druck auszuüben, zwischen den Zahnreihen.
Hierbei entstehen Sogräume im Mundinneren, die das Zahn- und Kieferknochenwachstum stimulieren. Mit Hilfe des Zungenbügels ändert sich die Zungenlage beim Schlucken. Gewebe und Muskulatur lockern sich, der Stoffwechsel wird optimiert, Lymphstaue
lösen sich auf.

Durch spezielle Übungen wird der Lippenschluss durch den Lippenbügel ermöglicht, was wiederum die Nasenatmung fördert. Nasenhöhle und Nasennebenhöhle entwickeln sich, der
Gaumen wird höher und breiter und die Zunge findet im Gaumengewebe mehr Platz.
Natürlich ist die Indikation und Wirkungsweise abhängig vom Alter des Patienten.
So wirkt der Bionator bei Kindern und Jugendlichen vornehmlich auf Mundraum- und Kieferentwicklung und Bissumstellung, bei älteren Menschen der Bionator zum Beispiel einsetzbar Kiefergelenkbeschwerden sowie Haltungs- und Wirbelsäulenproblemen
Verspannungen der Hals- und Halsmuskulatur.
Falsche Kopf- und Wirbelsäulenhaltung führen zu Muskelverspannungen nehmen Einfluss auf den gesamten Organismus, indem sie den venösen Abfluss behindern und Stauungen
vorrufen und damit die Versorgung Nährstoffen behindern.
Dies führt zu Wachstumshemmungen, auch im Kieferbereich.
Auffällig ist, dass Menschen mit zurückliegendem Unterkiefer im Regelfall auch eine HWS-Lordose und zusätzlich LWS-Lordose aufweisen (Lordose: Krümmung der Wirbelsäule nach vorne).

Die Wirkung des Bionators
Darüber hinaus leidet auch die gesunde natürliche Atmung, denn durch die Lordose der Halswirbelsäule entsteht eine Stauung im hinteren Gaumenbereich und im Nasenboden -
Teufelskreis entsteht. Die ganzheitliche kieferorthopädische Behandlung mit der
Bionatortherapie wäre jedoch unvollständig, wenn nicht auch das gesamte auf den Menschen wirkende Umfeld, beachtet würde.
Hierzu gehören z. B. Ernährung, Magnetfeldtherapie, Homöopathie, Konstitutionstherapie, Lymphtherapie und auch spezielle Bereiche der Psychotherapie.
Diese Zusammenhänge zeigen eindeutig:
Zahnärzte, Orthopäden und Kinder müssen in der ganzheitlichen Kieferorthopädie eng zusammenarbeiten.
Verfasserin:
Dr. med. Christel Pfeifer
Vizepräsidentin des BNZ und
der GKO - Gesellschaft für
Ganzheitliche Kieferorthopädie
 

 

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