| Apparaturen
der ganzheitlichen Kieferorthopädie:
Alle Apparaturen der ganzheitlichen Kieferorthopädie sind
nur Hilfsmittel, die die körpereigene Heilung begünstigen
und erleichtern sollen.
Darum sind alle Apparate, die in der ganzheitlichen Kieferorthopädie
als Hilfsmittel verwendet werden, nur ein kleiner Teil der Therapie.
Zur Verwendung kommen in der ganzheitlichen Kieferorthopädie
vor allem der BIONATOR und die CROZAT-APPARATUR.
Beide Geräte sind keine fixen und starren Apparaturen, die
ausschließlich Druck- und Zugkräfte auf die Zähne
ausüben, sondern es sind herausnehmbare Apparaturen mit biologischer
Wirkungsweise.
| Der Bionator: |
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Der BIONATOR liegt, im Gegensatz zu den meisten
mechanisch wirkenden Geräten, locker im Mund des Patienten.
Er darf nicht drücken, klemmen oder den Patienten in irgendeiner
Weise behindern. Die Lippen sollten beim Tragen des Bionators geschlossen
sein, der Patient sollte durch die Nase atmen. Der BIONATOR wird
regelmäßig eingeschliffen, um bestmögliche Wirkung
zu erzielen, darum sind regelmäßige Kontrollen unbedingt
erforderlich. Kontrollen finden alle 6-8 Wochen statt.
 
Wirkung des Bionators:
Mit der Normalisierung der Muskel-Funktion (Orthofunktion) normalisiert
sich auch die Gebiss-Form (Orthognathie). Mit dem Bionator werden
die Reflexabläufe geändert. Der Bionator bewegt keinen
Zahn, aber er verändert alle Mundbewegungen. Da die meisten
Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien (Kieferverformungen) mit
beengten Raumverhältnissen der Mundhöhle einhergehen,
muss zunächst Raum geschaffen werden. Durch die Mundraumeinengung
steht nur noch ein geschmälerter Schluck-, bzw. Sograum zur
Verfügung.
Durch den Bionator werden Unterdruckbereiche geschaffen, wodurch
Sogkräfte entstehen. Die entstehende Sog-Kraft-Steigerung wirkt
sich günstig auf die Durchströmung der zahlreichen in
Zellnähe befindlichen Blut- und Lymphgefäße, besonders
im Mund- und Rachenraum, aus. Die Umbauprozesse der Knochen- und
Weichgewebe sind unmittelbar auf die versorgenden und entsorgenden
Fließeigenschaften der Körpersäfte (einschl. Speichel)
angewiesen, welche durch den Bionator gefördert werden.
Der Patient lernt richtig zu schlucken, richtig zu atmen, besser
zu kauen und zu sprechen. Schon beim Einsetzen des Gerätes
wird z.B. ein tiefer Überbiss ausgeglichen, indem der zurückliegende
Unterkiefer eine Vorverlagerte Stellung einnimmt. Neben dieser Rückbisskorrektur
wird gleichzeitig die tiefe Bisslage korrigiert. Die damit einhergehende
Änderung der Kopfhaltung führt zu einer Aufrichtung der
Halswirbelsäule.
Der Patient heilt sich selbst, denn sein Bionator kann und darf
nichts weiter, als einfach passiv „da" zu sein. Damit
ist schon alles über sein orthopädisches Grundprinzip
gesagt: Nichts machen, sondern möglich machen, dass der Patient
angemessen auf das Gerät reagiert, indem er sich zu optimalen
Mundbewegungen führen, stützen, stimulieren und motivieren
lässt.
Vielfältige
Symptome werden oftmals unbeabsichtigt gelindert oder gar beseitigt.
Dazu gehören:
Verdauungsstörungen, Atemwegserkrankungen (z.B. Bronchitiden,
Asthma, chronische Entzündungen des Hals-Nasen- und Rachenraumes,
des Mittelohrs und andere Infekte), Erkrankungen des Haltungs- und
Bewegungsapparates (Muskeln, Knochen, Gelenke), sowie Störungen
im geistig-emotionalen und Nervenbereich (Kopfschmerzen, Lernprobleme,
u. a. Mangel an Konzentration, Aufmerksamkeit, Gedächtnis,
Ausdauer, Gemütsschwankungen, Nervosität, Aggressivität,
Unsicherheit, Ängstlichkeit, mangelndes Selbstbewusstsein).
Die Crozat-Apparatur:
 
Bei der Crozat-Apparatur handelt es sich um einen
skelettierten Bionator, die ebenfalls zu einer Verstärkung
der Mundraumentwicklung beiträgt, aber zusätzlich noch
bei Einzelzahnbewegungen und vor allem zur Lückenöffnung
zum Einsatz kommt.
Die CROZAT- Apparatur ist ebenfalls ein herausnehmbares Behandlungsgerät.
Die Wirkungsweise besteht darin, dass die CROZAT- Apparatur in allen
Dimensionen des Raumes die Zähne in ihrer Stellung verändern
kann.
Die Zierlichkeit der CROZAT- Apparatur gibt der
Zunge freien Raum und beeinträchtigt weder das Sprechen, noch
die Zungen- oder Schluckfunktion. Die Elastizität des Zahnhalteapparates
bleibt erhalten, der Knochen, alle beteiligten Muskeln und Bänder,
das Bindegewebe, der Kauvorgang und die Atmung werden bei der Veränderung
mit einbezogen. Die Zähne bewahren ihre Eigenbeweglichkeit,
da nur punktförmige Zahnkontakte vorliegen.
Kontrollen finden alle 4 Wochen statt.
Die CROZAT- Apparatur ist in vielen Fällen
auch eine herausnehmbare Alternative zu den festsitzenden Behandlungsgeräten
(Brackets). Die Anwendung des CROZAT- Gerätes ist etwa bis
zum 60. Lebensjahr möglich.
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